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Gabi Schoek

Gabi Schoek

It's only words and words are all I have to take your heart away – Bee Gees

Endlich im (Un-)Ruhestand kann ich nun das tun, was ich schon immer tun wollte: Krimis schreiben 😎 Außerdem bin ich begeisterte Bloggerin und das schon seit über 20 Jahren 😉

Tja, wie soll ich mich beschreiben? Fangen wir doch mit meinem Traumberuf an. Damals nannte das sich: Systemverwalterin. Nun, ich arbeite schon lange nicht mehr darin, mittlerweile bin ich zufriedene Pensionärin, doch letztens fand ich beim Aufräumen meines kleinen Kellerbüros ein Foto aus der Traumberufzeit. Damals sahen die Büros der Systemverwalter aus wie wahre Trümmerhalden. Lange ist es her, doch ich denke so gerne daran zurück. Ich habe tatsächlich die Pionierzeit mitbekommen, wir haben die Netze noch per Hand verlegt!! Es gab das Internet noch nicht, jedenfalls nicht für den Hausgebrauch. Militär und Forschung arbeiteten damit, der Normalbürger wusste gar nicht, was das ist. Den ersten Internetanschluß der obersten Landesbehörden hatte ich. Das waren die Anfänge der weltweiten Vernetzung, der internen Vernetzung überhaupt, wir richteten den ersten Serverraum unserer Behörde ein. Heute völlig normal, damals fast eine Sensation.

Doch wie bin ich überhaupt in die EDV gekommen? Ja, damals hieß das noch EDV. IT war dieses außerirdische Ding und schrieb sich eigentlich E.T. 😉

Eigentlich wollte ich nämlich Chemikerin werden. Schon als kleines Mädchen bettelte ich meine Großmutter um einen Chemiebaukasten an. Irgendwann bekam ich einen. Sie hat es vermutlich bitter bereut. Ihre Küche stank regelmäßig fürchterlich und die Reste meiner Experimente ließen sich nur schwer aus dem Steingutwaschbecken entfernen.

Meine Karriere als jüngste Chemieprofessorin Deutschlands endete abrupt. Ich schwenkte um auf Medizin. Ich wollte die berühmteste Gehirnchirurgin der Welt werden, mindestens. Meine arme Mutter klapperte Buchläden nach kindgerechten Büchern über den menschlichen Körper und vor allem das Gehirn ab.

Ich bin dann auf eine kaufmännische Schule gegangen.

Dort wurde mir schnell klar: Buchhalterin werde ich nie. Niemals. Ich hatte zwar eine Zwei, rechnen konnte ich schon immer gut, aber dieser Wahnsinn mit Buchhalternasen, Soll und Haben – nein. Meine Mutter gab sich redlich Mühe mit mir. Als ich Fotografin werden wollte, schleppte sie mich zu einer Fotografin. Als ich die Welt retten wollte, organisierte sie eine Sozialarbeiterin. Später besuchte ich zwei Jahre lang eine höhere kaufmännische Schule. Eine wunderbare Zeit, ein bisschen wie Feuerzangenbowle: Streiche, tolle Klassengemeinschaft, Treffen nach der Schule, Partys – die ganze Palette.

Ich hatte damals eine Deutschlehrerin, die bemerkte, dass ich gerne schrieb. Bei Klassenarbeiten gab sie mir oft ein Extrathema für einen Aufsatz. Mir selbst war überhaupt nicht klar, dass ich etwas konnte, womit man vielleicht sogar einen Beruf hätte ergreifen können. Schreiben war für mich wie Blumengießen. Das macht man einfach. Meine Lehrerin versuchte, mich in diese Richtung zu schubsen. Vergeblich. Stattdessen wollte ich Bankkaufmann werden. So hieß das damals noch. Alle wollten das, also wollte ich es auch. Meine Deutschlehrerin hielt davon gar nichts und meinte, Bank sei nichts für mich. Ich solle mich lieber als Beamtin bewerben. Fachhochschulausbildung, das passe zu mir. Sie besorgte mir die Adresse eines Regierungspräsidenten – was immer das sein mochte – und ich schickte meine Unterlagen hin. Parallel bewarb ich mich bei Banken. Sehr zur Freude meiner Eltern. Bankkaufmann war etwas „Reelles“, wie mein Vater sagte. Sicherer Arbeitsplatz, gutes Geld. Das Düsseldorfer Bankhaus Trinkaus & Burkhardt sagte mir tatsächlich zu.

Und plötzlich setzte mein Verstand ein.

Bankkaufmann?! Um Himmels willen! Niemals! Das ist ja wie Buchhaltung! Die haben bestimmt auch Buchhalternasen und Soll und Haben!

Ich rief an und sagte ab. Als mein Vater davon erfuhr, schrie er ungefähr zwei Stunden am Stück. Der Haussegen hing gewaltig schief – bis die Zusage des Regierungspräsidenten Düsseldorf kam. Das war 1976. Regierungspräsidentinnen gab es damals nämlich nicht. Als mein Vater begriff, dass ich Beamtin werden würde, war er mit dem Leben wieder versöhnt. Opa war stolz, er hatte schließlich früher auch „auf dem Amt“ gearbeitet. Alle atmeten auf: Das Kind war untergebracht.

Also lernte ich Öffentliches Recht, Haushaltsrecht, Baurecht und Wasweißichrecht, durchlief verschiedene Stellen und lernte das Behördenleben kennen. Aber nicht unbedingt lieben. Mir war bald klar: Ausbildung fertig machen, noch ein bisschen arbeiten – und dann studieren. Weil ich ständig mit Recht zu tun hatte, lag Jura nahe.

Nach der Prüfung wurde ich nach Köln versetzt. Köln hatte eine Universität. Praktisch. Ich arbeitete in der Schulabteilung, Landesjugendplan. Dafür muss man geboren sein. Ich war es nicht. Irgendwann erzählte ich meinem sehr netten Chef, dass ich studieren wollte. Er hielt das für eine gute Idee. Vermutlich hatte auch er bemerkt, dass das klassische Beamtenleben und ich keine große Liebesgeschichte mehr werden würden.

Was ich nicht wusste: Ich hatte gar kein volles Abitur. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass Höhere Handelsschule plus Fachhochschule für öffentliche Verwaltung zum Jurastudium berechtigten. Mein Chef ging zufällig mit der Leiterin des Studentensekretariats kegeln. Die Welt ist klein. Er kündigte mich bei ihr an, damit ich bei der Einschreibung schnell drankäme und wieder zurück ins Büro könne. Also marschierte ich mit meinen Unterlagen ins Studentensekretariat. Die Dame am Schalter blätterte alles durch.

„Da fehlt Ihr Abiturzeugnis.“

„Brauche ich nicht.“

„Doch.“

„Nein.“

„Doch.“

„Nein.“

Ich war absolut überzeugt. Sie holte ihre Chefin. Besagte Kegelschwester meines Chefs. „Ach, Sie sind die Mitarbeiterin von Herrn G.?“ Ja. Sie sah ihre Kollegin an und sagte den für mein weiteres Leben folgenschweren Satz: „Das geht schon in Ordnung.“ Die Kollegin war verwundert, tat aber, wie ihr geheißen. Und ich wurde Studentin.

Jahre später, bei der Einschreibung an der FernUni, flog die Sache auf: Ich hätte niemals Jura studieren dürfen. Es war ein gigantisches Versehen. Da ich nun aber einmal studiert hatte, wurde mir schließlich per Erlass des Innenministeriums das Abitur zuerkannt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Damals ahnte ich von alledem nichts. Ich fuhr stolz zurück ins Büro, setzte mich an die Schreibmaschine und tippte einen Brief ans Personaldezernat: meine Bitte um Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. Was für eine Befreiung!

Der Haussegen hing wieder schief. Aber diesmal wohnte ich weit genug weg. 😉

Ich stürzte mich ins Studentenleben und fand es großartig. Nur Jura mit all diesen Juristen – irgendwie war das doch nichts für mich. Ich studierte halbherzig weiter, jobbte und tingelte durch die Welt. Bis eine Kommilitonin erzählte, eine Behörde suche Studenten für die Frankiermaschine. Vier Wochen, 900 Mark. Warum nicht?

Diese vier Wochen änderten mein Leben.

Es war das Bundesamt für den Zivildienst. Der Personalsachbearbeiter sah in meinen Unterlagen, dass ich einmal Beamtin gewesen war. Er suchte junge Inspektoren und fragte mich, ob ich nicht wieder Beamtin werden wolle. In der EDV-Abteilung sei eine Stelle frei. Und so kam ich zur Computerei. Damals waren Computer noch Großrechner, auf den Bildschirmen wimmelten grüne Zeichen und Lochstreifen wurden eingelesen. Ich begann mich für diese Dinger zu interessieren – und wollte bald mehr, als nur Verwaltung in einer EDV-Abteilung zu machen. Also machte ich eine Ausbildung zur Programmiererin und landete schließlich im GGRZ, dem Gemeinsamen Gebiets-Rechenzentrum. Davon gab es zwei in NRW, Köln und Hagen. Gab – denn 2009, als ich die IT verließ, wurden auch sie Geschichte.

Doch EDV gefiel mir. Sehr sogar. Nun war ich Beamtin und trotzdem keine klassische Schreibtischtäterin. Im Grunde war ich doch noch Gehirnchirurgin geworden. Ich wurschtelte eben in Computerhirnen herum. 😛

Was hat John Lennon gesagt? „Life is what happens while you’re busy making other plans!“

1993 landete ich schließlich in der Staatskanzlei NRW. Das war meine schönste EDV-Zeit überhaupt. Wer damals sagte „Ich arbeite in der EDV“, wurde noch bestaunt. Frauen gab es dort kaum; in der Staatskanzlei war ich damals die erste Frau in der EDV. Natürlich hielt man mich anfangs regelmäßig für die Sekretärin. 20 Jahre arbeitete ich dort in der IT. Es war wirklich mein Traumberuf. Ich hatte großartige Kollegen, wir waren ein ziemlich verrückter Haufen. System-Admins! Was waren wir stolz. Bits und Bytes wurden praktisch noch mit der Hand umgebogen. 😛

Und die Technik veränderte sich rasend schnell. Was damals exotisch war, ist heute Alltag. Firewalls gab es anfangs noch nicht, Antivirenprogramme waren unbekannt. Von Phishing, Verschlüsselungstrojanern und Lösegeldforderungen ahnte niemand etwas. Wir lebten, rückblickend betrachtet, im Land der Ahnungslosen.

Heute kann man sich eine Welt ohne Internet kaum noch vorstellen.

Und dann hängte ich meinen Traumberuf an den Nagel. Ich hatte genug. Die Arbeit war für mich nicht mehr so spannend, immer weniger konnte man selbst regeln, für alles brauchte man Spezialisten und die Systeme wurden immer komplexer. So kam ich – meine alte Deutschlehrerin hätte sich vermutlich gefreut – doch noch zum Schreiben. Ich schrieb unter anderem Laudationes für die Ministerpräsidenten in NRW und andere schöne Dinge. Nichts Politisches. Nur Schönes. 😉

Damit ist inzwischen ebenfalls Schluss. Heute schreibe ich Krimis. Mettmann-Krimis. Der erste ist gerade in der Mache. Und ich blogge seit über 20 Jahren für mein Leben gern. Ganz verloren ist die IT allerdings nicht. Ehrenamtlich betreue ich Webseiten gemeinnütziger Institutionen, zum Beispiel beim PC-Café der AWO in Mettmann.

--> pc-cafe-mettmann.de

Außerdem bin ich Admine der Webseite der "Mörderischen Schwestern e.V." die sich zum Ziel gesetzt haben, die von Frauen verfasste deutschsprachige Krimiliteratur zu fördern.

--> www.moerderische-schwestern.eu

Zu guter Letzt arbeite ich noch mit der Künstlerin Susann Bürgern an unserem gemeinsamen Projekt

--> me-blog.me

Bilder und Geschichten aus Mettmann, zu dem auch ein eigener Podcast-Kanal gehört

--> podcast.me-blog.me

Ich biete ehrenamtlichen Vereinen und Projekten meine Unterstützung an.


Adresse

Kirchendeller Weg 13
40822 Mettmann

Leistungen

  • IT-Hilfe für Ehrenamtlerinnen

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